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BR: Bloody Mary - Du darfst dich nicht verlieben

[Unbezahlte Werbung/Rezension]

Weiter gings mit dem ebook Vernichten. Diesmal wieder im Sternensandverlag und der Bloody Mary. Auch hier erhoffte ich mir eine neue story über etwas anderes als Vampire oder Werwölfe.




Fakten:

Autorin: Nadine Roth

Erscheinungsjahr: März 2017

Verlag: Sternensand Verlag

Genre: Urban Fantasy/Jugendfantasy (Soll wohl Horror sein, ist es aber nicht)

Wälzer: Ja doch, vor allem, weil sich der Mittelteil sehr zog. Mit 560 Seiten ist es recht dick, obwohl gar nicht soviel passiert.

Cover: Ich fand es hübsch und ansprechend. Es wirkt dunkel und düster. Zum ersten Teil der Geschichte wirklich passend, doch dann hätte es verspielter sein "müssen", um keinen falschen Eindruck zu erwecken.


Inhalt:

Bloody Mary tötet, wenn sie vor dem Spiegel heraufbeschworen wird. Mit 16 wurde sie ermordet und seitdem rächt sie sich an allen, die sich darüber lustig machen. Avian ist einer davon. Der Siebzehnjährige möchte seinem besten Freund, der dem Übernatürlichem mehr Glauben schenkt, beweisen, dass das alles Humbug ist. Womit er nicht rechnet, ist, dass Bloody Mary dann tatsächlich in seinem Zimmer steht und ihn umbringen möchte. Womit er auch nicht rechnet, ist, dass er das nur knapp überlebt und damit komplett neue Herausforderungen auf ihn warten, um nicht doch dem rachsüchtigen Geist zum Opfer zu werden.



Erste Seite:

Hier wacht man gemeinsam mit Avian aus seiner Sicht verschwitzt im Bett auf. Nein, nix Versautes, denn er ist ein Teenager und lebt in Kalifornien. Ich habe nicht direkt kapiert, dass es sich um einen Jungen handelt, aber später wird das nochmal klar gestellt. Es ist ein sehr direkter Schreibstil, der auf eine junge Autorin bzw. einen jungen Protagonisten schließen lässt.


Stil:

Am Anfang war ich etwas verwirrt, weil die Kapitel extrem kurz sind und die Sicht ständig zwischen Mary und Avian wechselt. Es gibt auch Rückblenden und ein Blick auf das Datum und die Uhrzeit ist anfangs unablässig. Die ganze Geschichte umfasst dennoch nur wenige Tage, wenn man von den gedanklichen Ausflügen in die Vergangenheit von Mary absieht.

Für mich hat sich wieder mal gezeigt, dass Sichtwechsel bei mir nicht zur Spannung beitragen. Hier wurde es auch noch ungünstig umgesetzt. Es wird mehrmals dieselbe Situation einmal aus Marys und einmal aus Avians Sicht beschrieben. Verfasst im Präteritum und der Ich-Perspektive. Ganz viele Gedankenspiele und noch mehr Gefühle. Vom Vokabular gibt es nichts Sonderliches zu sagen. Es ist ein jugendlicher Schreibstil, manchmal ein bisschen wirr im Gedankenkarussell der Protagonisten, aber dennoch gut zu lesen.


Meine Meinung:

Das Buch hat für mich extrem stark und gut begonnen. Eine Geschichte aus Sicht des Antagonisten (Mary) war interessant. Mary als mordendes Wesen mit ihren Hintergründen und Avian auf der anderen Seite des Spiegels.

Es ist spannend, brutal und man hat das Gefühl wirklich mal etwas anderes zu lesen. Ich war begeistert, selbst wenn der Schreibstil etwas simpel war. Die Trennung der Welten durch den Spiegel ist sehr plastisch und nachvollziehbar dargestellt. Ich war regelrecht euphorisch mehr zu erfahren.


Im Mittelteil wurde ich dann enttäuscht, weil die Geschichte plötzlich von spannendem Horror von 0 auf 100 in eine Teenager-Love-Story rutschte. Die Sichtwechsel wurden zunehmend langweilig, weil immer wieder dieselbe Situation beschrieben wurde. Einmal was sich Mary denkt und einmal wie sich Avian dabei fühlte. Nicht exakt, aber doch wiederholend. Dadurch zieht sich dieser Teil sehr, sehr lang. Sichtwechsel sind bekanntermaßen für mich sowieso immer ein Problem. Manche finden das toll, weil sie jedes Gefühl und jeden Winkel der Seele der Protagonisten erfahren. Mir nimmt das die Spannung. Zwar ist besonders für Mary die eine oder andere Sicht, Erinnerung oder Rückblende essentiell, aber ein paar Kapitel weniger hätten ihr gutgetan. Ich hätte es interessanter gefunden ihre Veränderung aus Avians Augen zu erfahren, mitzurätseln und zu zweifeln. Stattdessen wird man immer informiert auf welchem Gefühlsstand wir uns auf beiden Seiten befinden. Bis ins kleinste Detail.

Außerdem passiert im großen Mittelteil fast nichts. Es gibt viele Gespräche, eine Autofahrt, noch mehr Gespräche, Erinnerungen, Teenager-Gedanken, bisschen Selbstmitleid, aber Plot-technisch kommt kaum etwas wichtiges. Mary ist nur noch ein seltsames Mädchen, das für Avian interessant wird. Das fand ich sehr schade. Für mich ist aus dem Klappentext nicht zu erkennen, dass der Großteil der Geschichte eine kitschige Romanze ist. Das als Horror zu verkaufen halte ich für irreführend. (Es ist auch in der Horror Kategorie auf Amazon gelistet.)


Das Ende wird wiederum ein kleines Bisschen spannender. Und für mich passt es auch. Ohne groß zu Spoilern sollte man wissen, dass man bei einer solchen Geschichte zuletzt kein »sie lebten bis an ihr Lebensende glücklich« zu lesen bekommt. Vor allem, da ja eine der Protagonisten schon tot ist :P Den Epilog hätte ich nicht gebraucht und habe ich auch nur überflogen. Er wurde eindeutig dran gehängt, um zarte Happy End Leser etwas glücklicher zu machen ^^.


Ich habe mich außerdem über die Sicht eines männlichen Protagonisten gefreut. Das ist nicht wirklich häufig. Allerdings verhält er sich nicht unbedingt wie ein Siebzehnjähriger. Klar gibt es überreife Jungs, aber wären seine Gedanken an seine Mutter und Familie, sowie die Schulszene nicht gewesen, hätte ich ihn auf 21 geschätzt. Er denkt über Sex und Frauen, als hätte er schon unzählige Erfahrungen gesammelt und das fand ich etwas befremdlich. (Klar ist es möglich, aber wie ein Aufreißer kam er mir nun auch nicht vor.)


Einen weiteren Punkteabzug mache ich für Logiklücken. Zwar wird gut auf Marys Tod eingegangen, auf ihren Blutrausch und ihre Beweggründe, doch das ist zu wenig. Wieso man sie zum Beispiel heraufbeschwören kann oder sie sich selbst Bloody Mary nennt, wird nie erwähnt. Es wird ja kaum jemand von sich aus angefangen haben, ihren Namen geheimnisvoll dreimal zu flüstern. Keine Erklärung. Das hat mich enttäuscht. Beim Lesen hatte ich selbst schon einige Ideen, doch es wird einfach gar nicht mehr darauf eingegangen. Außerdem finde ich es abstrus, dass am Anfang des Buches als Ausgangssituation, sich plötzlich ihre Angriffe häufen und zu Beginn sogar schon in den Nachrichten sind. Niemand deckt auf, wieso sie auf einmal öfter heraufbeschworen wird und dass, obwohl sie schon seit 25 Jahren Bloody Mary war. Da hätte ich mir ein, zwei kurze Sätze zur Erklärung gewünscht.


So, das macht es mir nun schwer das Buch zu empfehlen oder zu bewerten. Der Anfang kommt Horror schon nahe, weil es sehr brutal beschrieben wird. (Aber immer noch im Rahmen) Empfindsame Menschen könnten sich dennoch dran stoßen. Der Rest des Buches ist wiederum eine langwierige, seichte Teenie-Love Story, mit kaum Fantasy Elementen, dafür viel Kitsch. Andererseits steht bereits im Titel »Du darfst dich nicht verlieben«. Das hätte mir vermutlich schon Hinweis genug sein sollen, dass der Schwerpunkt auf einer Romanze liegt. Vielleicht hätte man da noch mit dem Cover arbeiten können, um dem ganzen einen romantischeren Touch zu geben. Es ist also nicht leicht das Buch korrekt einzuordnen. Am Ende sollte man sich ein eigenes Bild machen. Der Anfang war genial, im Mittelteil habe ich unzählige Seiten nur überflogen ohne etwas zu verpassen und das Ende ist wiederum in Ordnung.


Fazit der letzten Seite:

Diesmal hat mich der Anfang wirklich getäuscht. Wie bereits beschrieben entwickelte sich die Geschichte ganz anders und der erste Eindruck bestätigte sich nicht.


Ich vergebe 3 Cocktails, weil mich der Mittelteil, der dominiert, leider für mich sehr langweilig war. Mit konstruktivem Kürzen hätte man gewiss 100 Seiten einsparen können, ohne die Story abzuwerten, dafür dem Buch deutlich mehr Schwung gegeben. Aber am Ende bleibt es wieder mal Geschmackssache! Die eher mäßige Bewertung vergebe ich also hauptsächlich für den langgezogenen Mittelteil und eine falsche Einordnung bzw. ein täuschendes Erscheinungsbild. Wirklich schlecht geschrieben ist es nicht. Wenn man Verständnis für Teenie Romanzen hat, wird man eine große Freude mit dem Buch haben!





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