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BR: Khaos – Touching Souls

[Unbezahlte Werbung/Rezension]

Weiter gehts im Drachenabbau, da ich bald eine neue Box haben möchte ;-) Diesmal begab ich mich auf einen anderen Planeten ins Science-Fiction Genre und war auf eine fremde Welt gespannt.


Fakten:

Autorin: Lin Rina

Erscheinungsdatum: August 2018

Verlag: Drachenmond Verlag

Genre: Fantasy, Sci-fy

Wälzer: Mit 481 Seiten hat das Werk schon einen größeren Umfang, aber es hat mich während dem Lesen nicht erschlagen oder demotiviert. Die Geschichte braucht den Platz.

Suchtfaktor: Als Einteiler ist das Buch mit dem Ende auch abgeschlossen, was ich immer begrüße. Ich wollte danach nicht unbedingt sofort weiterlesen, weil der Plot fertig war, aber mittendrin gab es einige Vorkommnisse, die mich das Buch nicht aus der Hand legen ließen.

Cover: Extrem hübsch und wieder von Marie Graßhoff erschaffen, die es stets schafft, den Inhalt vorne aufs Cover zu bringen. Es steckt soviel in diesem »einen« Abbild, was sich in der Geschichte wieder findet. Ich liebe es.


Inhalt:

Auf einem vergessenen Gefängnisplaneten geboren, als krankes Mädchen mit einer besonderen Gabe. Das ist Daya, die sich zwischen Dreck und brutalen Verbrechern ihren Platz verdient, um zu überleben. Trotz aussichtsloser Lage versucht sie das Beste daraus zu machen und als sie eine Gruppe genetisch veränderter Soldaten im Kryoschlaf entdeckt, trifft sie Entscheidungen, die ihre Überzeugungen von richtig und falsch auf die Probe stellen. Ihr Anführer Khaos wurde nicht geschaffen zu lieben, doch Daya fühlt sich zu ihm hingezogen, obwohl sie weiß, dass es ihr Verderben sein könnte.


Stil:

Das Buch ist in der Vergangenheit ausnahmslos aus Dayas Sicht geschrieben. Lin schreibt sehr gefühlvoll, manchmal ausschweifend und selbst reflektierend. Bildhafte Vergleiche fließen in detailreiche Beschreibungen. Es lässt sich sehr gut lesen, obwohl ich mir an der einen oder anderen Stelle es etwas kürzer gewünscht hätte. Das Setting ist dystopisch, düster und auch ein bisschen deprimierend. Es ist rund und in sich harmonisch, obwohl es kaum verschiedene Schauplätze gibt, weil Daya noch nie woanders war. Zeitlich fließen die Szenen ineinander und man verbringt nur eine relativ kurze Zeit auf dem Wüstenplaneten.



Meine Meinung:

Ein Buch, das ich nur nebenbei lesen wollte und dann den vollen Raum in meinen Gedanken eingenommen hat.

Die düstere Atmosphäre zog mich direkt in den Bann. Durch die Beschreibungen konnte ich mich hervorragend in Dayas schlimmes Leben einfühlen und mitfiebern, ob die Autorin eine Verbesserung für sie im Sinn hatte.

Der Anfang hat mich begeistert, weil ich sofort Bilder im Kopf hatte und den Staub und den Dreck auf mir spüren konnte. Lin zaubert hier ein gut durchdachtes Bild von der Protagonistin und ihrer Welt.


Als dann die Soldaten in den Kryokapseln auftauchten, war natürlich klar, auf was die Geschichte rauslaufen wird. Daya verliebt sich quasi bereits beim ersten Anblick eines gefrorenen fremden Mannes. Normalerweise hätte ich jetzt genervt das Buch weggelegt, weil es Standard ist, dass Romanzen erzwungen spontan und unbegründet entstehen. So hier auch, aber das große Aber: es passte. Weil Daya anders aufwächst in einer Welt ohne Liebe und Freundschaft. Einsam mit dem sicheren Tod vor Augen. Sie ist krank und hat quasi noch nie menschliche Zuneigung erfahren, außer von ihrer Mutter. Hier darf es zu unpassenden Gefühlsregungen kommen und für mich war das absolut stimmig. Außerdem, bekommt man im Laufe der Geschichte immer mehr Erklärungen dafür, was am Anfang fremd erscheint.


Khaos ist ein sehr komplizierter Charakter, der für mich nicht immer leicht war. Ob er nun gut oder böse war, konnte ich lange nicht einschätzen. Auch sein Umgang mit Daya gefiel mir ganz und gar nicht immer. Das klassische »unschuldige unerfahrene Maid« verliebt sich in »muskulösen Macho« tauchte sofort bei mir im Kopf auf. Auch hier akzeptiere ich die Tatsache, dass es eine andere Welt, ein anderer Planet und damit komplexe Gegebenheiten sind, die die Verbindung der beiden erklärt. Dayas Gabe und Khaos Beschaffenheit sind auch nicht unwichtig, worauf sich doch eine erklärbare Verbindung ergibt. Ich war durchaus anfällig für das Prickeln zwischen ihnen und mochte die Stimmung sehr!


Die Geschichte konzentriert sich auf Gefühle und das Wesen von Menschen. Es gibt unzählige Nebencharaktere, aber nur eine Handvoll auf die eingegangen wird. Für mich war das aus Autorensicht komplett in Ordnung und mehr hätten mich überfordert. Lin beschreibt sehr detailreich und blumig. Besonders die Emotionen werden intensiv ausgedrückt, weil sie ja auch eine enorme Rolle in dieser Geschichte spielen.


Es kommt auch Spannung auf, aber alles in allem ist es ein ruhiger Plot, der wohl sein Augenmerk mehr auf die Charaktere, als auf das rundherum legt.


Ich war interessiert, hatte Bauchkribbeln und war fasziniert wie genau Lin die Gabe von Daya auskostet und benutzt. Warum ich der Geschichte am Ende einen Bewertungspunkt abziehe, ist, dass mir zu viele Wiederholungen drin waren. Daya ist eine sehr selbst reflektierende, nachdenkende Person und dreht sich mit ihren Gedanken im Kreis. Es gibt eine Entwicklung, doch zwischenzeitlich gab es seitenlange Kopfdialoge in der sie ihre Handlungen hinterfragt und überdenkt, die mich in der Geschichte nicht weiterbrachten. Und es wäre gar nicht nötig. Lin Rina schreibt so emotional ausdrucksvoll, dass man die Dinge nicht ständig erwähnen musste, weil sie einem im Gedächtnis blieben. Diesen potentiell eingesparten Platz hätte man dafür mit ein paar mehr Hintergrundinformationen füllen können. Ohne groß zu spoilern bleibt der Leser am Ende bei einigen angedeuteten Geheimnissen ratlos zurück. Ich mag es, wenn es nicht komplett auserzählt ist und ich meine Fantasie benutzen kann, doch ich hätte so gerne mehr über die, für den Leser bekannten, Namen gewusst. Über den Grund ihres Aufenthalts auf dem Planeten, ihr Vorleben, ihre Zukunft. Dayas Vergangenheit und einiges mehr. Das Ende kommt zu schnell, auch wenn ich damit gut leben kann.


Dennoch muss ich am Ende noch einmal sagen, dass ich das Buch verschlungen habe und wahnsinnig gerne las. Da ich einfach kein zu emotional dramatischer Mensch bei Büchern bin, war es mir eben an der einen oder anderen Stelle zu viel. Vermutlich mögen das aber die meisten ;-). Die Tatsache, dass noch ein paar Dinge geklärt hätten werden können möchte ich aber nicht schönreden, was aber zeigt, wie interessiert ich an der ganzen Geschichte war! Es ist eine spannende Welt und ich habe die düstere Reise auf dem Gefängnisplaneten sehr genossen! Als Jugendbuch würde ich es vermutlich nicht einschätzen, aber das kommt bekanntlich immer auf die Jugend an :P 4 von 5 cocktails!





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