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BR: Rowan und Ash: Ein Labyrinth aus Schatten und Magie

[Unbezahlte Werbung/Rezension]

Rowan und Ash hat ein bezauberndes Cover und zu lange stand es vor mir, ohne es zu lesen. Endlich wollte ich wissen, was sich dahinter verbirgt. Ich besitze nicht viele queer Bücher und da ich Christian als Autor und Instagram-Menschen schätze, war ich umso neugieriger.



Fakten:

Autor: Christian Handel

Erscheinungsdatum: Juli 2020

Verlag: Ueberreuter Verlag

Einzelband

Wälzer: Nein. Das Buch ist zwar relativ schwer als Hardcover und massiv, aber es sind dicke Seiten. Mit 416 Seiten wirkt es länger, als es ist. Für ein Jugendbuch genau richtig.

Genre: Jugend-Fantasy, queer

Cover: Wunderschön von Alexander Kopainski gestaltet. (Stellt sich die Frage, ob ich auch Bücher besitze, die nicht von ihm gestaltet wurden? Schläft dieser Mann auch noch? :P)


Inhalt:

Rowan O’Brien ist seit Kindestagen mit der Kronprinzessin von Iriann verlobt und hat sich auch eigentlich wohlwollend damit abgefunden. Es sind politische Gründe, die sein Vater getroffen hat, doch Alyss ist eine gute Freundin geworden und Rowan ist bereit für sein Land und seine Familie ein guter Mann an der Seite einer guten Königin zu werden. Dem Land stehen düstere Zeiten bevor, denn nicht nur eine gefährliche Krankheit, ausgehend vom verfluchten Schattenlabyrinth, sondern auch Schattenwesen daraus rücken immer näher an die bewohnten Gebiete und bedrohen den Frieden. Magie wird zum Politikum und Bündnisse werden umso wichtiger. Doch zwischen all den Pflichten und der Verantwortung, die der junge Rowan handhaben muss, spielt ein Königssohn Ash eine viel größere Rolle in Rowans Leben, als er wahrhaben will. Seine Gefühle führen ihn mitten hinein in ein Abenteuer, das er so nicht hatte kommen sehen.


Stil:

Ich kenne schon ein, zwei Werke von Christian und fand den Schreibstil wie immer leicht und angenehm zu lesen. Er schreibt gekonnt märchenhaft, das Vokabular ist dem Ambiente angepasst und auch die Erzählart erinnert an Märchen. Geschrieben wird das Buch ausschließlich aus Rowans Sicht im Präsens. Das beinhaltet innere Monologe, Gedankengänge, Zweifel und viel Nahbarkeit des Hauptprotagonisten. Die Settings sind ausgewogen. Es gibt davon nicht unzählige, aber doch genügend Abwechslung. Auch die Zeitspanne ist überschaubar, denn darf man zwar ein paar Rückblenden, lesen konzentriert sich die Erzählung doch auf das aktuelle Jetzt innerhalb weniger Tage.


Meine Meinung:

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es beginnt ganz leise, ruhig und zum Ende hin wird es spannend. Der erste Teil dreht sich hauptsächlich um Rowan, seine Familie und die Beziehung zu Ash, während im letzten Part der Fantasy-Anteil Fahrt aufnimmt.

Es ist eine queere Jugendbuch-Geschichte, rund um das Coming-out in einer mittelalterlichen Welt. Es gibt die typischen moralischen Probleme und Zweifel und ich denke, Christian konnte das durchaus authentisch darstellen. In den Rezensionen wurde mit dem Buch teils sehr harsch umgegangen. Von »Viel zu wenig und oberflächlich queer« hin zu »Es drehte sich nur um das Coming Out, Null Fantasy« war alles dabei. Ich kann dem nicht zustimmen. Es ist nun mal ein Jugendbuch und kein blutrünstiger, hochkomplexer Fantasy-Epos. Ich empfand das gesamte Buch als harmonisch, angenehm und rund. Und, man glaubt es kaum, nicht zu kitschig. Es gibt Teenie-Vibes, aber hey, sie sind Teenies :D. Es gab auch die Vorwürfe, dass die Charaktere sich viel zu schnell verlieben. Das werfe ich ebenfalls vielen Young-adult Romanen vor. Aber ich wiederhole: Jugendbuch im Mittelalter. Erstens: Jugendliche sind dämlich, wenn sie sich verlieben. (Ok, fast alle Menschen sind das ^^) Zweitens: Damals hat man sich verheiratet, ohne sich zu kennen. Wieso soll da eine Liebesbeziehung nach ein paar Tagen kennen unrealistisch sein? War für mich vollkommen okay.


Außerdem wurde das Verhalten von Ash bemängelt. Jap. Fand ich auch scheiße. Mega-Scheiße. Aber auch hier: Es ist ein naiver, junger Mensch, der verzweifelt war. Da macht man dämliche, egoistische Sachen. Habe ich ihn trotzdem gegen die Wand klatschen wollen? Ja. War es ein sympathischer Charakter? Für mich nicht durchgehend. Hat es das Buch schlechter gemacht? Nein. Ich finde es schade, dass Bücher schlecht bewertet werden, nur weil man einen Charakter nicht komplett verstehen kann oder er anders handelt, als man selbst. Darum gehts doch beim Lesen; in andere Welten eintauchen, andere Charaktere kennen lernen und Empathie. Mitfiebern, sich ärgern, fluchen, lachen und weinen. Handwerklich fand ich das Buch sehr gut und auch der Fantasy Teil, die vielen kleinen magischen Details, die Sage rund um die Elfen und vieles mehr machen das Buch total süß und interessant. Es ist kein durchgängig spannender Thriller und es gibt kein tiefsinniges Selbstfindungskapitel. Rowan hadert mit etwas, mit dem auch heute sicher viele kämpfen.


Schade fand ich, dass ich am Ende gerne noch ein Kapitel mehr gehabt hätte. Nachdem er sich selbst so vielen Zweifeln stellt, wäre es nett gewesen zu wissen wie es nun real wird. Andererseits könnte ich mir vorstellen, dass der Autor eben nicht den Fokus auf das rundherum, sondern auf die zwei Charaktere allein legen wollte. Das ist natürlich rein meine eigene Interpretation. Auf ihre Erkenntnis, ihre Entscheidungen und ihre Gefühle. Weil es zwar nicht egal, aber nicht bestimmend sein sollte, was das Umfeld zum Coming-out sagt. Dafür konnte ich jedenfalls keine Punkte abziehen.


Es ist ein gut geschriebener, lieber, queer Fantasy Roman, den man nicht zerdenken, sondern genießen sollte.







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