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  • AutorenbildAngelika

BR: Tiefenwelt – Zwei Leben

[Unbezahlte Werbung/Rezension]

Ein weiterer Drache, der schon lange bei mir wohnt und nun die Freiheit erlangte. Tiefenwelt lockt mit einem dunklen, spannenden Cover und versprüht eine dystopische Atmosphäre.



Fakten:

Autorin: Theresa Sperling

Erscheinungsdatum: März 2017

Verlag: Drachenmond Verlag

Einzelband

Genre: Dystopie

Wälzer: 370 Seiten, die absolut passend und gut gefüllt sind.

Cover: Von Herrn Kopainski und wieder sehr gut gestaltet. Einzig und allein den Kampfsportler an der oberen Kante fand ich eher irritierend. Jetzt im Nachhinein verstehe ich dessen Platzierung, doch meiner Meinung nach spielt das so eine kleine Nebenrolle, dass man ihn auch weglassen könnte. Mich hatte er nämlich sogar abgeschreckt, weil ich dachte, es handelt sich um ein Buch, in dem Kampfsport eine große Rolle spielt und das interessiert mich nicht so. Die Sorge war unbegründet.


Inhalt:

Nebo und Lenyo. Zwei junge Teenager-Brüder in einer traurigen, verarmten Welt, in der die Menschen wenig positive Perspektiven haben. Arbeiten, um genügend Nahrung zu haben. Krankheiten, die schnell den Tod bedeuten. Ohne Strom in den Ruinen einer einst modernen Welt. So sieht ihr Leben mit ihren Eltern aus.

Die Tiefewelt gilt als Mythe und doch glaubt Lenyo fest daran. Rebellen, die im Geheimen agieren und für eine bessere Welt kämpfen. Wogegen genau und ob sie wirklich existieren, weiß niemand mit Sicherheit. Doch Lenyo wird Teil dieser geheimen Welt und muss seine Familie zurücklassen. Er taucht in die Schatten ein und erfährt, was an der Oberfläche vor all ihren Augen wirklich passiert. Sein Bruder Nebo hingegen bestreitet seinen ganz eigenen Kampf gegen die Realität um seine Eltern zu retten, während eine todbringende Krankheit um sich geht, gegen die es keine Heilung zu geben scheint.


Stil:

Einwandfrei, schnell und flüssig. Es gibt eigentlich nichts zu bemängeln, denn es ist hervorragend geschrieben. Man erlebt die Geschichten hauptsächlich aus den auktorialen Sichten der beiden Brüder. Abwechselnd, mit einigen Zeitsprüngen und zusätzlichen Einschüben anderer Sichten. Grob gesagt erfährt man wie es Nebo an der Oberfläche ergeht und was Lenyo in der Tiefenwelt erlebt, sowie dann beides zusammenspielt. Es gibt überraschend viele Schauplätze und unzählige Ereignisse, die man dem doch nicht ganz so dicken Buch gar nicht zutraut.



Meine Meinung:

Es ist ein sehr erwachsenes Buch mit sehr jungen Protagonisten. Eine ganz klassische Dystopie und in dieser Hinsicht wird man nicht enttäuscht. Eine triste, düstere Atmosphäre mit Schwere und Melancholie.

Die zwei jungen Charaktere ziehen die Geschichte voran und ihre Entwicklung ist deutlich sichtbar. Es gibt zahlreiche Nebencharaktere und Schicksale auf die mal mehr und mal weniger eingegangen wird. Am Ende könnte ich nicht sagen, ob mir die Hauptprotagonisten sympathisch oder nicht waren. Weder noch denke ich, doch das spielt eigentlich keine Rolle für die Geschichte.

Es geht um Ungerechtigkeit, Politik und eine Rebellion. Intrigen gibt es wenig, dafür einige Geheimnisse.

Anfangs dauert es ein bisschen, bis die Geschichte Fahrt aufnimmt, während es am Ende doch sehr schnell geht. Während dem Lesen musste ich ein paar Mal schmunzeln weil am Ende doch zu vieles »zufällig« ineinanderfließt und sich alle Handlungen schließen. Selbst der Fakt, dass sogar die Protagonisten mehrmals darauf hinweisen »Oh, das war jetzt aber ein Zufall« kann das nicht wett machen. Aber, wenn man bis zur letzten Seite liest, versteht man auch diesen Umstand und da hat die Autorin einen guten Weg gefunden, diese gewollt inszenierten Handlungen zu rechtfertigen :)

Wie gesagt gab es anfangs ein paar Seiten, die etwas zäher waren, bis Lenyo wirklich Teil der Tiefenwelt wird und eingeweiht wird. Ich persönlich hätte es etwas beschleunigt und dem Ende dafür etwas mehr Freiraum gegeben, doch das bleibt Geschmackssache. Ist man mittendrin passiert eines nach dem anderen und man fiebert richtig mit. Ich selbst dachte mir dazwischen: und, was genau ist das Ziel? Denn der Sieg der Rebellion scheint nicht das Happy End zu sein, da zu viele Probleme offen bleiben würden.

Doch ganz zum Schluss kommt die Autorin mit einer »Wendung« um die Ecke, die ich nicht vorhergesehen habe, wenngleich ich dank des Anfangs noch irritiert war und froh, dass es aufgelöst wurde.

Ich fand, es war ein passendes Ende, wenngleich es wohl nicht ein »alles ist gut« Abschluss ist. Als Happy End würde ich es trotzdem beschreiben. Eben passend, für eine Dystopie! Es gibt romantische Aspekte, doch die bleiben sehr im Hintergrund, was ich sehr begrüßt habe. Es ist zart, aber nicht vorherrschend, denn schnulzige Szenen hätten der Atmosphäre nicht gutgetan. Ich fand es das hervorragend gelöst.


Eine wirklich tolle Dystopie die mehr Aufmerksamkeit verdient hat und deutlich mehr Rezensionen! Ich kann es jedem nur empfehlen, der mal was anders abseits von New adult und Elfen lesen möchte ;-)





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