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HB: Angelussaga

[Unbezahlte Werbung/Rezension]

Als Hörbuch habe ich mir die begehrten Engel von der talentierten Marah Woolf abends reingezogen. Rückkehr der Engel, Zorn der Engel, Buch der Engel. Hier möchte ich eine Rezension der gesamten Reihe geben und hoffe, dass ich Spoiler dabei vermeide. Wer da empfindlich ist, sollte sie trotzdem lieber nicht lesen :)


Fakten:

Autorin: Marah Woolf

Verlag: Piper Fantasy

Genre: Urban Fantasy/Dystopie

Erscheinungsdatum: November 2019 (Erster Teil)

Sprecherin: Ann Vielhaben

Spieldauer: ca. 30,5 Stunden gesamt

Wälzer: Die Bücher für sich nicht, die Trilogie gesamt ist schon ein ordentlicher Packen. Alles in allem liest man etwa 1290 Seiten (380 + 430 + 480).

Suchtfaktor: Suchtsymptome habe ich nicht entwickelt. Zwischen den einzelnen Büchern will man weiter lesen, weil es nahtlose Fortsetzungen sind, aber am Ende der Trilogie fühlte ich mich nicht zerstört.

Cover: Ein Blickfang und trifft das Motto »Engel« perfekt. Ich würde das Cover als kitschig bezeichnen, aber auch das ist stimmig zur Geschichte :)


Inhalt:

Im Großen und Ganzen geht es in allen drei Teilen darum, dass eines Tages die Engel aus dem Himmel zurück auf die Erde kamen. Doch anders als gedacht, sind sie nicht die heiligen Wesen, die Menschen beschützen, sondern nur auf Rache aus. Sie wollen zurück ins Paradies, welches sich für sie geschlossen hat, nachdem Luzifer sich gegen sie auflehnte und Krieg zwischen den Engeln ausbrach. Die Menschen sind für sie Sklaven und Mittel zum Zweck. Eine dystopische Stimmung mit Hauptsetting Venedig und die verschiedenen Himmel (Schlösser) der Engel. Die Schwestern Moon und Star müssen überleben, um ihre Bestimmung zu erfüllen, wobei nicht klar ist, welche das am Ende sein wird. Es gibt Prüfungen, Kämpfe, Romanzen, viele »Bibelverse« und Prophezeiungen und jede Menge Engel.



Erstes Buch:

Im ersten Teil lernt man Moon und ihre Familie kennen. Das sind hauptsächlich sie, ihre Schwester Star, die stumm ist, ihr kleiner Bruder Tizian, ihr bester Freund Alessio und Stars Freund Phönix. Ihr Vater ist tot und ihre Mutter verschwunden, nachdem sie Moon im Kampf trainiert und sie zu einer Kriegerin ausgebildet hatte, um die anderen zu beschützen.

Venedig ist abgeschottet und leidet unter der Herrschaft der Engel. Es gibt Schaukämpfe in einer Arena, aus denen nicht viele lebend zurückkommen, nachdem sie gegen Engel angetreten sind. Moons einziger Gedanke ist, ihre Schwester vor den Engeln zu verstecken, denn die suchen die sogenannten »Schlüsselträgerinnen«, die das Paradies am Ende öffnen sollen. Junge Mädchen, die eine brutale Prüfung bestehen müssen, um ihre Eignung als Schlüsselträgerin zu beweisen. Sie will ihre Schwester und ihren Bruder aus der statt schaffen und benötigt dafür genügend Schmugglergeld. Kurz bevor sie genug zusammen hat, erschüttert ein Ereignis Venedig und der Zusammenstoß mit einem Engel ändert für sie alles.


Zweites Buch:

Die Prüfungen für die Schlüsselträgerinnen sind in vollem Gange. Man erlebt brutale Aufgaben und Kämpfe und lernt gleichzeitig die Welt der Engel besser kennen. Es gibt Einblicke in die Höfe der Engel, ihre Hierarchien und Traditionen. Alles in allem herrscht eine düstere Stimmung, wenn die Engel klar machen, welchen unteren Rang die Menschen für sie haben. Aber es werden auch andere Seiten gezeigt, die Moons Überzeugungen ins Wanken geraten lassen.


Drittes Buch:

Kurz vor dem Öffnen des Paradieses weiß Moon immer noch nicht genau was sie tun soll und welche Aufgabe ihre ist. Die letzten Schlüsselträgerinnen werden gesucht und gefunden. Erneut erlebt man die grauenvollen Prüfungen mit, in denen auch Moon eine Rolle spielen wird. Es gibt mehr Informationen über den geheimen Bund, der seit jeher versucht hat die Engel aus der Stadt zu vertreiben. Moons Herz wird auf eine harte Probe gestellt und am Ende gibt es den Showdown.


Stil:

Alle drei Bände sind im Präsens geschrieben und ausschließlich aus Moons Sicht. Marahs Stil ist immer gut lesbar und es gibt nichts, worüber ich groß gestolpert wäre. Sie beschreibt sehr gut, ausgewogen wenn es um Details und Emotionen geht. Schnelle Dialoge bringen Schwung in das Ganze und ins Stocken gerät die Geschichte eigentlich nie. Marah schafft immer liebevolle Details, um dem alltäglichen etwas Besonderes zu geben. Zeitlich gibt es keine Sprünge und im dystopischen Venedig herrschen ärmliche Verhältnisse. Die moderne Infrastruktur wurde weitgehend zerstört.


Meine Meinung:

Die Reihe ist für ganz viele Menschen ein Highlight. Das kann ich persönlich leider nicht behaupten. Ein Flop ist es auch nicht, denn dazu schreibt Marah zu routiniert und talentiert.

Was mich an Marahs Büchern immer wieder stört, ist, dass die Reihen keine Reihen sind. Es ist, zumindest bei den von mir bisher gelesenen Büchern, immer eine gesamte, fortlaufende Geschichte und in den einzelnen Büchern wird stets mitten in der Handlung gestoppt. Das nervt mich. Klar muss am Ende offenes Potential sein, Neugierde auf den nächsten Band gemacht werden, aber für mich muss jeder Teil einer Reihe plottechnisch abgeschlossen sein. Marah rettet sich in dem Sinne aus dieser Misere, weil sie eine sehr verlässliche Schreiberin ist. Man muss nie extrem lange auf die Fortsetzungen warten. Dennoch ist es extrem frustrierend, sollte man nicht Teil 2 weiterlesen wollen, weil nicht mal ansatzweise der Plot im ersten Teil in die Gänge kam. Es ist quasi eine Einleitung, der Mittelteil der Hauptplot und der dritte Band dann das Finale.

Zeitsprünge gibt es daher in ihren Büchern selten. Es ist alles eine ineinanderfließende Geschichte in denen Tage oder auch Wochen vergehen. Teil zwei startet quasi im selben Moment, in dem Teil eins endet.


Ich mochte die Idee rund um die »brutalen« Engel, die Menschen verachten. Die Kämpfe und Prüfungen sind sehr spannend und kreativ beschrieben. Es gibt ein bisschen Magie und auch fremde Kreaturen. Die Romanzen sind vorhersehbar, aber das ist gängig und gar nicht schlimm. Wobei ich im ersten Teil schon nicht so richtig wusste, wieso Moon nun plötzlich solche Gefühle hat. Erklärt habe ich es mir, dass sie einsam ist, sich abschottet, um ihre Familie zu schützen und dementsprechend anfällig für Schmetterlinge im Bauch ist.

Womit ich viel eher Probleme hatte, wieder mal, war die Protagonistin selbst. Moon ist für mich total ungreifbar geworden, dadurch dass sie ständig ihre Meinung ändert. Sie redet sich oft sehr abstruse Dinge ein, die in die typische Klischee Richtung »Ich bin nicht gut genug« gehen.


»Das werde ich nie im Leben machen. Eher sterbe ich.« und zwei Seiten später zur selben Thematik:

»Es ist unsere Pflicht. Dieses Opfer muss man bringen.«

Klar kann man seine Meinung ändern, aber das passiert mir bei Marah einfach zu oft und zu schnell. Vor allem ständig abwechselnd hin und her. Ihre Protagonistinnen sind stark, selbstbewusst und besonders. Aber gleichzeitig hat Moon unfassbare Angst allein im Dunkeln unterwegs zu sein. Sie kämpft gegen übermächtige Engel, doch ein paar versoffene Räuber in der Gosse jagen ihr Todesangst ein. Das passt für mich nicht.

Außerdem ist die Story rund um die Engel und eine Offenbarung sehr verworren. Das Spiel mit Luzifer und Moons ständiges Hin und Her empfand ich als anstrengend, weil ich nicht verstehen konnte, wie leicht sie zu zweifeln begann.

Natürlich lebt sie aber in einer dystopischen Welt und vermutlich traut man da keinem ;-) Sollte ich also mal in die Situation kommen und genauso sein, ändere ich vielleicht meine Meinung.

Auch das Auflösen im dritten Teil war für mich nicht ganz befriedigend. Als würde man sich vieles so drehen, damit es passt, dafür gab es mir zuvor einfach zu viele unklare Windungen und unterschiedliche biblische Texte, Phrasen usw.


Trotzdem gibt es viele spannende Stellen und man muss stark sein. Marah reißt liebgewonnen Protagonisten eiskalt aus den Seiten und bringt sie um :P. Marah kann schreiben, das hat sie in den letzten Jahren bewiesen und zurecht eine große Fangemeinde. Ob es mir zu kitschig ist und ich in Zukunft weiter ihre Bücher lesen werde, muss sich zeigen. Ich liebe ihre Weltenschaffung und ihre unliebsamen Wendungen, gleichzeitig ärgere ich mich stets über die gleichen Dinge. So gesehen: Sie hat ihren eigenen Stil und den muss man mögen.


Zum Hörbuch selbst kann ich nur sagen, dass es angenehm gelesen ist. Ich mags jetzt nicht so, wenn die Lautstärke sich ändert, wenn jemand schreit, aber dadurch sollen vermutlich Emotionen vermittelt werden :P.


Bei der Bewertung der gesamten Reihe schwankte ich zwischen drei und vier Cocktails und am Ende vergebe ich vier, weil es handwerklich nichts auszusetzen gibt. Ich wäre vermutlich nicht Moons Freundin, dafür ein hervorragender Engel an Luzifers Himmel geworden :P Mit glitzernden schwarzen Flügeln!





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