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Ich lasse mir von Autor:innen nicht vorschreiben, wie ich bewerte! *Beleidigte Schnute*

Warum Autor:innen bei 3 Sternen keine Luftsprünge machen


Jo eh, du darfst bewerten wie du möchtest.


Vorweg nochmal betont: Als Leser:in musst du dich niemals darum kümmern, wie sich ein:e Autor:in fühlt, wenn du bewertest. Du liest ein Buch und gibst deine Meinung wieder. Im besten Fall nicht beleidigend! Du musst auch nix über Algorithmen wissen oder dich damit beschäftigen. Dieser Beitrag richtet sich lediglich an jene, die sich wundern, wieso Autor:innen sich nicht über 3 Sterne freuen. Und an jene, die es vielleicht nicht wussten und sich danach informiert fühlen :)


Um einmal auszuholen, was Anlass für dieses Thema ist: Immer wieder lese ich unter Posts von Blogger:innen, dass sie sich von Autor:innen unter Druck gesetzt fühlen, positiv zu bewerten. Vorweg: Nein, das ist nicht Ordnung.

Auch bei Rezensionsexemplaren nicht. Findet ihr ein Buch scheiße, ist das euer Empfinden und dem dürft ihr auch Ausdruck verleihen und eine schlechte Bewertung geben. Wer sind wir schon, zu sagen was man überhaupt darf? Feel free and do it!


Wir Autor:innen müssen auch lernen, nicht jede Kritik persönlich zu nehmen. Und hier thematisiere ich jetzt nicht, wie eine Rezension geschrieben werden soll/darf/muss.


Allerdings gibt es nun mal große Differenzen in der Wahrnehmung von einer positiven und negativen Bewertung. Für manche sind nur 5 Sterne das Wahre. Für andere sind 4 Sterne schon genial, aber 5 bekommt nur das Highlight. Wieder andere empfinden 3 Sterne für ein gutes Buch und 4 Sterne für genial und 5 das seltene Nonplusultra. Viele bewerten unter 3 Sternen gar nicht, weil sie nicht schaden wollen, andere hauen 1 Stern raus, wenn ihnen die Beschaffenheit des Papiers oder die Verpackung nicht passt. Alles legitim!


Aber da beginnt die Misere. Niemand darf dir vorschreiben was du als gut oder schlecht empfindest. Das große Aber:

Wenn man schon ins Internet brüllt: „Wieso schreibt man mir vor, 3 Sterne sind schlecht, wenn das bei mir eine normale gute Bewertung ist“, dann muss man sich auch die Antwort auf diese Frage anhören und nicht direkt negieren.


Fakt: Weil 3 Sterne in den meisten professionellen Massenverkaufsplattformen nun mal schlecht sind. Alles unter 4 Sterne fällt in die „so lala“ bis „mangelhaft“ Kategorie. Würdet ihr ein Kondom kaufen, dessen Bewertung 3 Sterne hat? Wenn ihr keinem Promi ein Kind unterschieben wollt, vermutlich nicht.

3 Sterne verursachen Einflüsse auf Ranking und Sichtbarkeit. Negative Bewertungen beeinflussen oftmals den Algorithmus mehr als positive. Das heißt, auf eine negative, müssen meistens mehrere positive kommen, um das auszugleichen. DESWEGEN sind Autor:innen nun mal von 3 Sternen nicht begeistert. Nicht wegen persönlichen Befindlichkeiten. Macht was ihr wollt, aber habt auch Verständnis, dass niemand vor Freude in die Luft hüpft, wenn man ihm persönlich schreibt: „Boah, dein Buch hat mir so gut gefallen, hast ganze 3 Sterne bekommen, das ist  bei mir super“. Was bei „dir“ super ist, interessiert das Ranking leider Null und ist trotz deinem Lob schädlich für die Autor:innen. Und von Lob kann kein Mensch Miete zahlen oder sich Toffifee leisten. Dazu braucht es schon Scheinchen, Verkäufe, Sichtbarkeit, Werbung.


Ich wiederhole: Das alles kann dir als Leser:in auch pupsegal sein. Du liest, du freust dich (oder nicht) und fertig. Du musst dich auch nicht damit beschäftigen um zu rezensieren.


Nur FALLS auch du dich schon mal geärgert hast, wieso sich jemand über 3 Sterne nicht gefreut hat, dann waren diese Worte an dich gerichtet, um faktisch aufzuzeigen, wieso da Emotionalität dahinter steckt.


Man kann selbstverständlich weiterhin so bewerten, denn es ist ein persönliches Empfinden und Bewertungen sind freiwillig und niemand muss sich wegen sowas anschnauzen lassen.


Ich sehe auch immer mehr Bloger:innen, die sich komplette Alternativen zu Sternchen ausdenken. Ich liebe das. Bewertungen wie „war gut, genial, superdupa, heftig großartig bis Alter, ich pack mein Leben nicht mehr, geil“. Ich habe es mal mit Süßigkeiten probiert, wollte aber keine Klage wegen Markenerkennung haben und bin generell sehr undiszipliniert, was die Dauer einer Aktion angeht. :P


Wenn ihr also nur für euch bewertet: macht das gerne. Wenn ihr aber für andere oder gar die Autor:innen Bewertungen schreibt, geht mal in euch, schaut euch das System an und überlegt, was ihr mit der Bewertung auslösen wollt. Wenn ihr das Buch mochtet, es euch gefallen hat, drückt doch bitte eher auf 4 Sterne, wenn ihr eure Begeisterung zum Ausdruck bringen wollt. Wenn nicht, auch fein. Doch das ist nun mal der Grund, wieso gerade unbekannte Autor:innen eventuell sensibel auf 3 Sterne reagieren. Nicht, weil wir euch in die Suppe spucken wollen, sondern weil es einfach Auswirkungen hat.

 

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